Herr K. und Herr J.
by Marv on Okt.26, 2009, under Herr K. und Herr J.
Herr K. traf einst Herrn J.
Befragte ihn zu Welt und Gott
Was er persönlich davon hält
Wie’s allgemein ihm so gefällt.
Herr J. indes, gar nicht schüchtern
Entgegnete dem K. ganz nüchtern
Die Welt und Gott, wer soll das wissen
Persönlich geht es allgemein beschissen.
Dichtkunst
by Marv on Okt.22, 2009, under Kleine Taschenpoesie
Dichten ist wohl eine Kunst
Richten mag ein jeder Leser
Verdienen möcht’ ich seine Gunst
Bedienen Reime wie nun Cäsar.
Behandle Deine Wörter gut
Verhandle über Satz und Sinn
Gestalte sie mit recht viel Mut
Verwalte nicht nur her und hin.
Mein Kapital, das ist mein Wort
Rein funktional hier diese Zeile
Dicht’ weiter so in einem fort
Richt’ selber und verweile.
Störende Spinnweben.
by marcel on Okt.22, 2009, under side glance
Draußen wurde es langsam dunkel. Ich kippte das Fenster ein wenig an, damit der Rauch meiner Zigarette abzog. Nebenbei flog ich in Gedanken umher. Ich fand mich auf riesigen Feldern wieder. Saftig grüne Wiesen, duftende bunte Tupfer, gezeichnet vom größten aller Künstler. Weit und breit kein störendes Motorengeräusch, kein Haus, kein Trampelpfad und kein Baum.
Ich lief. Ich atmete.
Ich lief und atmete.
Das Zirpen der Grillen, das schlürfende Geräusch meiner Hose und die zarte Berührung des Mohns auf meinem Handrücken.
Ich atmete. Ich lief.
Ich atmete und lief.
Ich konnte die Feiheit, die ich empfand, nicht nur sehen, sondern regelrecht riechen. Ohne einen Gedanken an meine Außenwelt lief ich wohl Kilometer für Kilometer. Stunde um Stunde. Bis ich nicht mehr weiterkam.
Ich wollte es kaum glauben. In diesen riesigen Feldern, wo weit und breit kein störendes Motorengeräusch, kein Haus, kein Weg kreuzte, ja nicht einmal ein Baum stand, da war diese graue, sichtbar massive Mauer. Sie war einfach da.
Inzwischen war meine Zigarette bis auf den Filter heruntergebrannt und mir wurde kalt, weil die Dunkelheit eisige Kälte mit sich brachte.
Genesis. //_Episode.001
by Marv on Okt.19, 2009, under Genesis
Survival of the fittest.
Dmitri verfolgte langsam ein kleines Blutrinnsaal, das sich den Weg von der riesigen Blutlache hinter ihm über die kalten, hellen Fliesen bis zu seinen Füßen gebahnt hatte. Er trat einen Schritt zur Seite. Beiläufig. Er schaute in den Spiegel. Die eine Hälfte seines Gesichts war bereits rasiert, die andere war noch mit Schaum bedeckt. Der Spiegel war dreckig. Tausende kleine Fingerabdrücke bildeten einen stumpfen, fettigen Schleier über dem Glas.
(continue reading…)
Prolog
by Marv on Okt.18, 2009, under non fiction
Definition:
show|room (engl.) = der Ausstellungsraum
Was unterscheidet den Mörder vom Heiligen? Allein die Tat. Nun wird hier zwar niemand ermordet, aber uns, dem Autorenteam Sektor13, eröffnet sich die Möglichkeit, eine ganz essentielle Tat zu vollbringen: die Veröffentlichung unserer Texte. sektor13.com ist ein Raum für Kunst, unser showroom, in dem wir einen Einblick in unsere Arbeit geben wollen.
Die Texte, die hier veröffentlicht werden, sind ausschließlich fiktiv. Sind sie es nicht, dann sind sie der Kategorie “non fiction” zugeordet und dementsprechend gekennzeichnet.
In diesem Sinne wünschen wir gute Unterhaltung beim Stöbern in unserem Showroom.
MfG
Marvin Mügge & Marcel Mundt